Seminar VCM München 2019

Seminar „Ultraschallgesteuerte Punktion am Dialyseshunt“ VCM im Isar Klinikum München

Aus Anlass zur Zertifizierung als Shunt-Referenzzentrum wurden am 15. und 16.03.2019 durch die Praxis für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (VCM) am Isar Klinikum München zwei Seminare zur ultraschallgesteuerten Punktion angeboten. 32 Personen, Ärzte und Pflegkräfte der zuweisenden Zentren nahmen an dem Seminar mit praktischen Übungen am Ultraschallphantom teil.


Bewertung Schulungserfolg Seminar VCM München

Die meisten Teilnehmer gaben in der Evaluation an, dass sie sich vorstellen können, bereits nach der ersten Schulung mit der ultraschallgesteuerten Punktion an einfachen Shunts zu starten. Allerdings wurde auch realistisch eingeschätzt, dass schwierige Punktionen oder Kanülen Korrekturen noch etwas Übung erfordern. Die weitgehende Überzeugung das erworbene Wissen auch Kolleg*Innen weitergeben zu können ist ein wichtiger Ansatz zum zukünftig flächendeckenden Einsatz dieser neuen Punktionstechnik.


Dr. Wolf, VCM, stellte zunächst das Leistungsspektrum des Shunt-Referenzzentrums München vor, welches mit mehr als 280 Shunt-Anlagen pro Jahr zu den größten Zentren dieser Art in Deutschland zählt. Die besondere Fokussierung und Expertise auf Dialyseshuntanlagen mit nativen Gefäßen zeigt sich in dem eindrucksvoll geringen Prozentsatz an Gefäßprothesen und Dialysekathetern. Um sicherzustellen, dass die native AV-Fistel langfristig genutzt werden kann, wird die US gesteuerte Punktion, ergänzend zur konsequenten Anwendung der klinischen Shuntuntersuchung vor der Punktion, als erfolgversprechender Ansatz gesehen.

Beate Spindler, Nephro-Xperts, konnte bestätigen, dass ihre inzwischen vorliegenden Erfahrungen mit der Nutzung der US gesteuerten Punktion sehr positiv sind. Der konsequente Einsatz dieser Technik führt zu einem besseren Verständnis der Shuntvene, einer sicheren Erstpunktion, einem sichtbaren Ausbau der Punktionsstrecke und stressfreien Kanülenkorrektur bei Fehllage für alle Beteiligte.

Neben den theoretischen Grundlagen der Ultraschalltechnik wurden die beiden Basisansichten „In-Plane“, also im Längsschnitt, und „Out-of-Plane“ im Querschnitt vorgestellt. Insbesondere die Ansicht im Querschnitt eignet sich vorzüglich, die Kanülenspitze mittig im Gefäß zu platzieren. Eine Kontrolle der korrekten Kanülenlage ist dann im Längsschnitt möglich. Die Ausbreitung und Reflexion der Ultraschallwellen kann zu Artefakten führen, wie z.B. ein Spiegelartefakt der Kanüle. Dieser kann im Längsschnitt auftreten, der Punkteuer muss Wahres von Unwahrem unterscheiden können. Das Wissen, dass nur die obere Kanülenschicht dem tatsächlichen Status entspricht ist wichtig für die richtige Bewertung des Ultraschallbildes und das korrekte Platzieren der Kanüle in der Shuntvene.

Praktischen Übungen in der Kleingruppe mit maximal 4 Teilnehmern wurden an 5 Arbeitsstationen an Gelatine Ultraschallphantomen durchgeführt. Durch den Einsatz unterschiedlicher Ultraschallgeräte konnten die Teilnehmer die erforderlichen manuellen Fähigkeiten entwickeln. Die Handhabung und Darstellung der besonders kleinen Ultraschallgeräte für den mobilen Einsatz ergänzte das Schulungsangebot. Die Funktion „Color-Flow“ und die Möglichkeit Ultraschallbilder zu speichern erlaubt auch bei einfacheren Geräten eine systematische Dokumentation zum Shuntstatus.

Zur Entwicklung der manuellen Geschicklichkeit und insbesondere der für Pflegekräfte nicht immer einfachen Hand-Auge-Koordination bei Nutzung des Ultraschallbildschirms, wurden Übungen am Schnitzelphantom durchgeführt. Die Abstufung der Ultraschallphantome von 9 auf 6 mm ermöglicht dabei eine Steigerung der Schwierigkeit bis zu hin zum realistischen Modell einer Shuntvene wenige Tage nach der Anlage. Gegen Ende der Schulung waren alle Teilnehmer in der Lage auch das 6 mm Gefäßphantom in den verschiedenen Projektionsebenen zu punktieren.