POCUS Punktion: Zweite Generation Ultraschall Gel-Phantome erstmals im Einsatz

Die 13. Jahrestagung der DGfN fand vom 23.-26.09.2021 in Rostock statt. Im interdisziplinären „Workshop Shunt“ der Akademie Niere und des IAD e.V. ging es unter anderem um die tief liegende Shuntvene – operatives Vorgehen versus neue Punktionstechnik.

Frau Dr. Jester  vom Norddeutschen Shuntzentrum Reinbek stellte die Liposuktion als Alternative zur operativen Venenhochverlagerung vor. In der anschließenden Diskussion bestätigte auch sie, dass diese Operation durch eine POCUS Punktion (point-of-care-ultrasound) unter Einsatz langer Kanülen mit 30 oder 38 mm Länge vermieden werden kann. Die geübte Ultraschall gesteuerte Punktion und der sichere Einsatz von Shuntkathetern ist dabei Grundvoraussetzung für den Erfolg.


DGfN Rostock Vortrag POCUS-Punktion

Im Pflege-Symposium wurde die Frage „Wann nutze ich welche Kanüle an der Dialyse?“ diskutiert. Aus dem Kanülendesign der Standardkanüle („Dialyse-Nadel“) und des Shuntkatheters („Plastik-Kanüle“)  ergibt sich die jeweilige Indikation. Shuntkatheter eignen sich bei tief liegender Shuntvene, bei unruhigen oder retardierten Patienten, bei Punktion in Gelenknähe oder für die Frühpunktion nach Shuntanlage. Der bisher seltene Einsatz von Shuntkathetern in Deutschland ist allerdings ein Hindernis, da das Pflegepersonal keine bis wenig Erfahrung in der Anwendung besitzt.


Im Workshop Ultraschall gesteuerte Shuntpunktion (POCUS) am Samstag kamen erstmals unsere neuen Gel-Phantome auf Agar-Agar Basis zum Einsatz. Die Gel-Sticks mit einem Durchmesser von 9 und 6 mm wurden zuerst unter Anleitung und danach sehr schnell selbständig von den Teilnehmern in Quer- und Längsprojektion punktiert. Die neue Generation Gel-Phantome kann jetzt einfacher auf dem Postweg für Übungszwecke versandt werden. Die Lagerung vor Ort erfolgt nun bei Raumtemperatur. Einer POCUS Punktionsschulung steht daher nichts mehr im Wege, bevor ein erster Einsatz am Dialyseshunt erfolgt.